Flora und Fauna - Audioguide Fehmarn
Shownotes
Die Tier- und Pflanzenwelt auf Fehmarn ist geprägt durch die Entstehungsgeschichte der Insel nach der letzten Eiszeit. Bodenbeschaffenheit und Klima beeinflussen, welche Pflanzen und Tiere auf Fehmarn zu finden sind, und natürlich auch die Landnutzung der Menschen früher und heute: Fehmarn ist stark landwirtschaftlich geprägt, verfügt aber auch über große Naturschutzgebiete vor allem an den Küstenbereichen. Hier erfahren Sie mehr dazu von B wie Bungsberg bis W wie Wasservögel.
Der Audioguide Fehmarn ist ein Angebot vom Tourismus-Service Fehmarn. Über 30 Hörstationen machen die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Insel Fehmarn zu einem hörbaren Erlebnis. Die Audioguide-Stationen sind vor Ort ausgeschildert und können online angehört werden.
Informationen zu unserem Audioguide: www.fehmarn.de/audioguide
Alles rund um den Urlaub auf der Insel Fehmarn: www.fehmarn.de
Jetzt Urlaub auf Fehmarn buchen: www.fehmarn.de/online-buchung
Folgt uns in den sozialen Medien: www.instagram.com/fehmarn.de www.facebook.com/sonneninsel.fehmarn www.youtube.com/user/OstseeinselFehmarn www.pinterest.de/sonneninselfehmarn
Redaktion: Tourismus-Service Fehmarn Text & Stimme: Claudia Maschner Schnitt & Ton: Moritz Raestrup
Transkript anzeigen
00:00:03: Die Tier- und Pflanzenwelt auf Fehmarn.
00:00:06: Sie ist geprägt durch die Entstehungsgeschichte der Insel nach der letzten Eiszeit, die Gletscher ziehen sich hier vor fünfzehntausend Jahren extrem schnell zurück.
00:00:15: dadurch hinterlassen sie keine sichtbaren Halden aus Geröll.
00:00:19: diese sogenannten Endmoränen kennen wir als Dünenlandschaft etwa von der Nordsee.
00:00:25: Auf Fehmaren herrscht ein mildes Reizklima mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden und wenig Niederschlag.
00:00:33: Die Insel liegt nämlich im Regenschatten des Bungsberges, der höchsten Erhebung in Schleswig-Holstein.
00:00:39: Oftmals bilden sich dadurch auch sogenannte Föhnwetterlagen mit erwärmter Luft sowie im Alpenvorland.
00:00:47: Prägend ist natürlich die Insellage.
00:00:50: Die Ostsee wirkt dem Frühjahr wie ein großer Kühlschrank.
00:00:54: Die Vegetation entwickelt sich später als auf dem Festland.
00:00:58: Nach dem Sommer ist das Meer dagegen wie ein riesiger Wärmespeicher.
00:01:03: Bodenbeschaffenheit und Klima beeinflussen, welche Pflanzen und Tiere auf Fehmarn zu finden sind.
00:01:09: Und natürlich auch die Landnutzung der Menschen früher und heute.
00:01:15: Viele Jahrhunderte ist die Insel abgeschnitten vom Festland – mit Booten und immer größeren Schiffen kommen aber Waren- und Nahrungsmittel und damit auch Pflanzen.
00:01:27: Noch vor Jahrzehnten friert die Ostsee im Winter regelmäßig zu, sodass immer wieder Wildschweine oder Dammwild den Sunt überqueren können.
00:01:36: Als in drei Jahren die Fehmarnsundbrücke fertig gebaut ist, finden darüber ab und zu auch andere Tiere ihren Weg auf die Insel – wie zum Beispiel der Maulwurf.
00:01:49: Einige Exemplare sind wohl in Transporten gekommen, ob durch Zufall oder Absicht ist nicht bekannt.
00:01:55: Die schweren Ackerböden auf Fehmarn sind für die Tiere eigentlich völlig ungeeignet, aber die besonders geschützte Art hat sich hier offenbar doch vermehrt und seitdem sind die markanten Erdhaufen an vielen Stellen zu sehen.
00:02:10: In lauen Sommernächten können wir auf der Insel seltene Tierarten erleben.
00:02:15: Fledermäuse finden auf Dachbölden in Scheunen oder Kirchtürmen nach wie vor geeignete Schlaf- und Nistmöglichkeiten.
00:02:23: Auch der Feldhase steht auf der roten Liste gefährdete Arten in Deutschland und auch er ist auf Fehmarn häufig zu sehen.
00:02:31: Dafür sorgt das Klima der Insel mit wenig Niederschlag im Frühjahr, und milden Temperaturen.
00:02:38: Lichtewelder gab es auf Fehemarn vermutlich bis ins fünftzehnte Jahrhundert.
00:02:43: Heute ist davon nur ein kleines Waldstück bei Staberhuck zu sehen!
00:02:48: Der fruchtbare, schwere Boden gilt schon früher als besonders ertragreich und wird intensiv vor allem für den Getreideanbau genutzt.
00:02:58: Für viele Pflanzen- und Tierarten bedeuten diese Monokulturen heutzutage einen Verlust an Lebensraum – blütenreiche Straßen und Feldränder werden angelegt um das ein wenig auszugleichen.
00:03:10: Und auch in den weitläufigen Naturschutzgebieten der Insel finden unzählige Arten Schutz.
00:03:16: Ohne größere Waldgebiete fehlen allerdings die typischen Waldbewohner, wie Baummarder, Eichhörnchen oder Dachse auf Fehmarn.
00:03:25: Viele alte hohe Bäume prägen jedoch das Dorfbild vielerorts.
00:03:30: Denken wir an die mächtigen Lindenerleden in Burg und den beeindruckenden Ringenalterlinden um die St.
00:03:36: Johanniskirche in Petersdorf.
00:03:41: Gibt es einen typischen Fehmernbaum?
00:03:44: Ahorn, Pappeln, Eschen und Weiden finden wir in den Dörfern oder auf den Steilküsten im Osten der Insel.
00:03:52: Als robuster und widerstandsfähiger Straßenbaum wurde über viele Jahre die schwedische Mehlbeere gepflanzt.
00:03:59: Der Baum ist eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel-und Insekten.
00:04:03: Zur Blütezeit trägt die schwede mehlbäre unzählige weiße Blütenrispen aus denen im Sommer orangschrotbraune winzige Apfelfrüchte wachsen.
00:04:13: Eine eigene, geradezu exotische Obstsorte trägt sogar den Namen der Insel.
00:04:18: Die Fehmarnfeige ist eine Sorte der Pflanzenart mit dem lateinischen Namen Fikus carica – echte Feige und wächst in vielen Gärten.
00:04:29: Sie soll schon vor mehr als einhundert Jahren hier gezogen worden sein.
00:04:33: Besonders winterhart ist sie und kann bis zu fünf Meter hochwachsen.
00:04:37: Im Sommer trägt die Fehmernfeige viele süßschmeckende lila-grüne Früchte.
00:04:43: Seit dem achzehnten Jahrhundert mussten die Bauern in Schleswig-Holstein mit Wallhecken ihre Ackergrenzen markieren.
00:04:50: Auf Fehmarn nutzte man für den Bau unter anderem Findlingssteine aus den Feldern, Wüsche und Setzlänge wurden aufgepflanzt.
00:04:57: Regelmäßig muss dieses Strauchwerk noch immer gestutzt beziehungsweise geknickt werden.
00:05:03: daher der Begriff knick.
00:05:05: er ist Lebensraum für Tausende Tierarten.
00:05:08: Singvögel wie die Dorngrasmücke, Heckenbraunelle und Goldammer nutzen die Hecken für ihren Nestbau.
00:05:17: An Fehmarns Stränden wachsen einige ostsee-typische Wildpflanzen – wie der schmackhafte aber geschützte Meerkohl oder mehr Senf.
00:05:25: Strandhafer und Strandroggen finden wir hier ebenso wie Salzmiere oder Stranddreizack.
00:05:31: In den vier ausgewiesenen Naturschutzgebieten im Westen und Norden der Insel können sich viele Pflanzen und Tierarten wieder nahezu ungestört entwickeln.
00:05:40: So gab es lange Zeit keine Schlangenaufwähmern, vor hundert Jahren wurden dann vereinzelt Ringelnattern beobachtet.
00:05:48: Durch den Klimawandel vermehren sie sich seit einigen Jahren stark – auch der Feldhase, manche Vogel- oder Insektenarten profitieren vom Wandel zu einem Klima das ans Mittelmeer erinnert.
00:06:00: Aber auch dank der Schutzmaßnahmen finden Amphibien wieder Kamm-Molch oder die Wechselkröte auf der Insel mittlerweile gute Lebensbedingungen.
00:06:10: Seltene Vogelarten, zum Beispiel Seeadler, Eisvogel oder Rohrdommel kommen zu Nisten und Brüten.
00:06:18: Fehmarn liegt an einer der wichtigsten Vogelzugrouten in Europa – und so legen zweimal im Jahr Millionen Zugvögel auf ihrem Weg nach Süden oder Norden hier Ruhepausen ein!
00:06:29: Die Roten der Landvögel kreuzen sich dann mit denen, die in Ost-Westrichtung an den Küsten entlang unterwegs sind.
00:06:37: Gut zu beobachten ist das in den Schutzgebieten der Insel.
00:06:42: Sie sind der Versuch eine Balance zu halten zwischen unseren menschlichen Ansprüchen und dem nachhaltigen Schutz der Natur – damit Flora und Fauna auch weiterhin das Bild der Ostseeinsel prägen und ihre besondere Schönheit erhalten bleibt!
Neuer Kommentar