Landwirtschaft (Teil 2) - Audioguide Fehmarn
Shownotes
Die Landwirtschaft verändert sich zunehmend ab der Zeit der Industrialisierung. Maschinen übernehmen und neue landwirtschaftliche Schwerpunkte werden gesetzt. Ein weiterer großer Umschwung findet in den 1960er Jahren mit der Beherbergung von Gästen statt, wodurch das touristische Zeitalter eingeläutet wird. Heute wird die Landwirtschaft durch dieses Zusammenspiel geprägt: Innovation und Zeitgeist sind das Gebot der Stunde.
Der Audioguide Fehmarn ist ein Angebot vom Tourismus-Service Fehmarn. Über 30 Hörstationen machen die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Insel Fehmarn zu einem hörbaren Erlebnis. Die Audioguide-Stationen sind vor Ort ausgeschildert und können online angehört werden.
Informationen zu unserem Audioguide: www.fehmarn.de/audioguide
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Redaktion: Tourismus-Service Fehmarn Text & Stimme: Claudia Maschner Schnitt & Ton: Moritz Raestrup
Transkript anzeigen
00:00:00: Über die Ursprünge der Landwirtschaft auf Fehmarn erzählte die erste Folge dieses Audiogites.
00:00:07: Ab Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ist die Industrialisierung prägend für das Leben der Menschen und natürlich auch für die Landwirtschaft.
00:00:15: Maschinen helfen bei der schweren körperlichen Arbeit und auf den Höfen haben die Tagelöhner deshalb immer weniger zu tun.
00:00:23: Im Winter können sie praktisch nichts verdienen und viele Familien wandern in dieser Zeit nach Amerika aus.
00:00:33: Und dann wird dann auch noch das maschinelle Strohpressen auf Fehmarn eingeführt.
00:00:38: Ein Landmann in Landkirchen probiert es als Erster aus und schnell spricht sich herum, dass damit die Getreideernte buchstäblich bis zum letzten Halm genutzt werden kann.
00:00:48: Das fehmarnische Tageblatt berichtet, dass der Export von Stroh auf das Festland jedes Jahr größere Dimensionen annimmt.
00:00:59: Als auf Fehmarn endlich eine Eisenbahnstrecke gebaut wird, profitieren die Landwirte nicht nur von günstigeren Transportkosten für Dünger und Futtermittel.
00:01:08: Auch ihre Produkte kommen schneller in deutsche Großstädte und Industriegebiete.
00:01:14: Auch die Fischerei erfährt einen Aufschwung.
00:01:16: Frisch gefangene Fische können schneller auf den Markt gebracht werden.
00:01:21: Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird die Insel jedoch zu einem Seekriegsgebiet und alle sogenannten Nicht-Ortsansässigen müssen die Insel verlassen.
00:01:31: Die kaiserliche Marine nutzt den Fehmarn-Belt und den Sund für Schießübungen, aber es gibt keine direkten Kämpfe auf der Insel.
00:01:38: Auch im Zweiten Weltkrieg bleibt zumindest das Land verschont, erklärt Landwirtschaftsexperte Klaus Dieter Blank aus Bojendorf.
00:02:05: Was sich nach dem Krieg auch weiter verändert, sind die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft.
00:02:11: Die letzten Arbeitspferde werden in den Ruhestand geschickt.
00:02:15: Traktoren und Maschinen gibt es jetzt auf allen Höfen.
00:02:18: Zu der Zeit ist Fehmarn auch noch eine Hochburg der Rinderzucht mit einem hohen Anteil an Grünland.
00:02:24: Und der nächste große Umbruch war ungefähr in der Jahre, in der Arbeitskräfte sehr teuer wurden und die Melker nicht mehr bezahlt werden konnten und auch der Zuchtviehabsatz zusammenbracht, weil dann nachher die künstliche Besamung eingeführt wurde.
00:02:41: Und gleichzeitig setzte eben eine Änderung in der Anbautechnik ein.
00:02:45: Es kam moderne Pflanzenschutzmittel, eine deutlich verbesserte Düngung und der Ackerbau wurde im Vergleich zu vielwirtschaft immer wirtschaftlicher, so dass die Betriebe dann auf reinen Ackerbau umgestellt haben.
00:02:55: Die leeren Ställe auf den Höfen werden zunehmend auch für touristische Zwecke renoviert und genutzt.
00:03:02: Als Karin Prange aus Präsen als eine der ersten Landfrauen im Jahr nineteenhundertdreiundfünfzig Zimmer auf dem Bauernhof an Urlauber vermietete, war das noch äußerst kritisch beäugt worden.
00:03:15: Aber die Sonneninsel Fehmarn und die Aussicht auf Einblicke in das Leben auf dem Bauernhof ziehen immer mehr Touristen an.
00:03:22: Bald werden die ersten Ferien Häuser gebaut.
00:03:25: Der fremden Verkehr, wie er anfangs genannt wird, entwickelt sich auf fast allen Höfen schnell zum zweiten Standbein neben der Landwirtschaft.
00:03:34: Und heute?
00:03:35: Es gibt immer noch rund einhundert dafür immer größere landwirtschaftliche Betriebe.
00:03:41: Auch Marktnischen wie der Biozertifizierte Anbau oder eine solidarische Landwirtschaft, die von etwa einhundert Mitgliedern genossenschaftlich betrieben wird.
00:03:51: Fast alle Höfe sind außerdem für Feriengäste geöffnet.
00:03:55: Der Generationenwechsel sorgt auch auf Femern für einen Strukturwandel, erklärt Gunnar Müller, Landwirt und Vorsitzender des Kreis Bauernverbandes.
00:04:05: Allerdings findet das im Vergleich zum benachbarten Festland in stark abgeschwächter Form statt, da die Betriebsleiter auf der Insel zahlreiche Möglichkeiten haben, mit anderen Standbeinen ihren Betrieb abzusichern und wirtschaftlich in die Zukunft zu führen.
00:04:20: So ist neben der Vermietung im Tourismus auch die regenerative Energie sehr stark genutzt und auch viele zahlreiche neuere Ideen.
00:04:28: kommen derzeit dazu, die Betriebsleiter nutzen, um ihre Eigenständigkeit in den Dörfern vorzuführen.
00:04:36: So hat Fehmarn mittlerweile eine eigene Brauerei.
00:04:39: Das Inselbier aus Avendorf wird vor allem mit heimischer Gerste gebraut.
00:04:44: Es gibt eine Destillerie in Johannesberg im Norden und sogar Weinanbau im Süden der Insel.
00:04:51: Auf den Feldern wachsen nach wie vor hauptsächlich Weizen, Raps und Gerste.
00:04:56: Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatten die Bauern den Kohl in die Fruchtfolgen aufgenommen.
00:05:00: Das milde Seeklima, der ständige Wind, viel Sonne und der späte Herbst, sorgen auf Fehmarn für seinen einzigartigen Geschmack, sagen die Gemüsebauern.
00:05:10: Keine Industrieabgase mindern seine Qualität.
00:05:15: Auch die Fischerei ist ein Teil der Landwirtschaft.
00:05:18: Sie hat auf Fehmarn eine sehr lange Tradition.
00:05:20: Und seit der Fische sind viele Fischer hier in einer Genossenschaft organisiert.
00:05:26: Gern besucht werden die traditionsreichen Hofcafés mit ihrer großen Auswahl an Torten und Gebäck oft nach alten Familienrezepten gebacken.
00:05:36: Eine kleine Direktvermarktung von Gemüse und Kartoffeln läuft über Hofläden und Verkaufsstände.
00:05:42: Frische Bio-Eier werden bis aufs Festland geliefert.
00:05:47: Landwirtschaft ist und bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Femern.
00:05:51: Und sie prägt sehr stark das Erscheinungsbild der Insel.
00:05:55: Eine so intensive Landnutzung hat aber auch ökologische Folgen für Pflanzen und Tiere und damit auch für uns Menschen.
00:06:03: Neben der ökologischen Landwirtschaft können auch veränderte Anbau- und Erntemethoden für weniger Dünge- und Pestizideinsatz sorgen.
00:06:11: Klimaresiliente Getreidesorten werden getestet und auch kleine Schritte wie das Anlegen von Blühstreifen und Brachflächen leisten einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt.
00:06:22: Denn Landwirtschaft steht vor der großen Herausforderung, die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden.
00:06:30: So sichert sie ihre Erwerbsgrundlage und bewahrt die einzigartige Natur auf der Insel für zukünftige Generationen.
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