Landwirtschaft (Teil 1) - Audioguide Fehmarn

Shownotes

Fehmarn ist geprägt von intensiver Landwirtschaft. Mit ihren vielen Sonnenstunden, dem besonders ertragreichen Boden und ihrem milden Seeklima haben sich hier über viele Jahrhunderte große Felderlandschaften entwickelt, die der Insel heute ihr Aussehen geben. Die besonderen Besitzverhältnisse auf der Insel, innovative Ansätze und Neuerungen sind bis heute typische Merkmale der fehmarnschen Landwirtschaft.

Der Audioguide Fehmarn ist ein Angebot vom Tourismus-Service Fehmarn. Über 30 Hörstationen machen die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Insel Fehmarn zu einem hörbaren Erlebnis. Die Audioguide-Stationen sind vor Ort ausgeschildert und können online angehört werden.

Informationen zu unserem Audioguide: www.fehmarn.de/audioguide

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Redaktion: Tourismus-Service Fehmarn Text & Stimme: Claudia Maschner Schnitt & Ton: Moritz Raestrup

Transkript anzeigen

00:00:02: Wer zum ersten Mal nach Fehmarn kommt, sieht es sofort.

00:00:06: Die Insel ist geprägt von intensiver Landwirtschaft.

00:00:10: Weite Felder mit leuchten gelben Rapsblüten oder auch mal sattem Kleegrün.

00:00:15: Bunte Blühstreifen vor goldgelbem Getreide.

00:00:18: In vielen Dörfern noch die großen, über einhundert Jahre alten Scheunen aus rotem Backstein.

00:00:24: Die Kornkammer Schleswig-Holsteins wird Fehmarn gern genannt, denn schon seit dem fünften Jahrhundert verkaufen die Bauern ihr Getreide in die ganze Region.

00:00:34: Und heutzutage ist es längst bis nach Nordafrika oder China auf dem Weltmarkt gefragt.

00:00:39: Die Insel ist nun mal von der Sonne verwöhnt.

00:00:43: Das milde Klima lässt gut gedeihen, was hier gesät oder gepflanzt wird und die Grundlage die schafft der besondere Boden.

00:00:50: Eine meist dicke, dunkle Schicht, die nährstoffreich und fruchtbar ist.

00:00:55: Aber wie hat das alles begonnen?

00:01:00: Etwa fünftausend Jahre vor Christus lebten hier die ersten Menschen, und zwar als Fischer.

00:01:07: Damals ist das Land, das heute die Insel bildet, noch nicht vom Festland getrennt.

00:01:12: Aus der Zeit um etwa dreitausend vor Christus sind Hühnengräber erhalten.

00:01:17: In Staberdorf, Katharinenhof und Albertsdorf.

00:01:21: Sie zeigen, die heutige Insel war von Zweben, einem germanischen Stamm besiedelt und sie waren die ersten Ackerbauern auf Fehmarn.

00:01:31: Im achten Jahrhundert kommen die Slaven.

00:01:34: Von ihnen und ihrem Reichtum an Getreide und Feldfrüchten gibt es schon im elften Jahrhundert die ersten schriftlichen Berichte.

00:01:42: Die Insel liegt strategisch günstig und ist deshalb in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umkämpft zwischen Dänen und Deutschen.

00:01:50: Im Jahr fourteenhundertzwanzig kommt es zur bis dahin schlimmsten Verwüstung.

00:01:56: Wehmann wird von den Soldaten des Dänenkönigs Erik des Siebten heimgesucht.

00:02:01: Nur wenige Menschen überleben und es dauert Jahrzehnte bis all die fruchtbaren Felder wieder bestellt werden können.

00:02:08: Dafür holt der Holsteinische Landesfürst vor allem Bauernfamilien aus Dietmarschen, westlich von Hamburg.

00:02:15: Etwa zu dieser Zeit hat es wohl auch noch lichte Waldgebiete auf der Insel gegeben.

00:02:20: Dort, wo die Bäume schon gefällt sind, gibt es gute Ernten.

00:02:24: Aber die Bearbeitung ist mühselig und nur mit vielen Zuchtieren zu schaffen.

00:02:29: Diesen fruchtbaren Boden verdankt die Insel ihrer Lage, erklärt Landwirtschaftsexperte Klaus Dieter Blank aus Bojendorf.

00:02:37: Das ist das Klima mit ausgeglichenen Niederschlägen.

00:02:40: Keinen extrem kalten Winter, aber auch keinen extrem heißen Sommer.

00:02:46: Wenn dann ein hoher Pflanzenaufwuchs entsteht, der nicht so schnell verrottet.

00:02:50: Dann werden die Böden schwarz-erderartig.

00:02:53: Sie reichern Humus an.

00:02:54: Das sind klimatische Effekte.

00:02:57: Trotzdem sorgt um sechzehnhundert eine kleine Eiszeit in ganz Europa für schlechte Ernten und Ausfälle.

00:03:05: Hunderte Insolvenzen sind verzeichnet.

00:03:08: Die ländliche Unterschicht verarmt zusehends.

00:03:13: Aber eines gibt es auf der Insel nicht.

00:03:16: Adlige, die sich Land kaufen und Menschen.

00:03:20: Denn die auf dem Festland üblichen Machtverhältnisse durch reiche Gutsbesitzer und ihre Leib eigenen, die die Felder bearbeiten, hat Fehmarn nie erlebt.

00:03:29: Zu verdanken ist das einer Verordnung des holsteinischen Landesfürsten Johann Friedrich, der Konfirmazio Libertatis aus dem Jahr sixteenhundertsehnt.

00:03:39: Sie sichert den Bauern der Insel ihre Freiheit zu.

00:03:42: Der Adel vom Festland darf auf Fehmarn demnach nichts besitzen oder bauen und so gelten hier über zweihundert Jahre lang andere Regeln als im übrigen Ostholzstein.

00:03:55: Vierhundertneunzig freie Bauernhöfe gibt es damals.

00:03:59: Es sind Mittel bis großbäuerliche Besitze neben vielen kleinen Hofstellen und Kleinstparzellen.

00:04:07: Im siebzehnten Jahrhundert, im dreißigjährigen Krieg, wird Fehmarn Schauplatz der Kämpfe zwischen Schweden auf der einen Seite und Dänemark-Norwegen auf der anderen.

00:04:17: Viele Menschen werden getötet, Häuser zerstört und Felder zertrampelt.

00:04:23: Aber die günstigen Boden- und Klimabedingungen auf der Insel sorgen schließlich wieder für reiche Ernten.

00:04:30: Unterdessen werden die Ernte-Bedingungen durch Maschinen erleichtert, die Erträge weitergesteigert, durch Züchtungen und Düngemethoden.

00:04:39: Eine der ersten wichtigen Neuerungen in dieser Richtung ist der Klä-Anbau auf Femern.

00:04:44: Bürgermeister Hans Mildenstein tritt um das Jahr siebzehnthundertdreißig mit dem Vorschlag an, zur Verbesserung der Weiden Klä zu säen, wie er es in Sachsen erfahren hatte.

00:04:56: Erst wird er verspottet, aber schon im zweiten Jahr gelingt die Ernte und der Kleianbau zur Verbesserung der Weiden und Düngung des Bodens erfährt einen Siegeszug bis nach Skandinavien.

00:05:08: Um das Jahr tenzehntinzehnt beginnt ein Bauer mit dem Ausbringen von Mergel.

00:05:13: Es ist das erste mineralische Dünn.

00:05:16: Das wertvolle Gemisch aus Kalk und Ton liegt auf Femern nicht mal einen Meter tief im Boden und kann deshalb leicht abgebaut werden.

00:05:25: Zurück bleiben Tiefe coolen, in denen sich das Wasser sammelt.

00:05:29: Heute sind viele davon erhalten und bilden wertvolle Biotope für Pflanzen und Tiere in mitten riesiger Felder.

00:05:38: Auf den Höfen ist bis ins neunzehnte Jahrhundert Ackerbau und Viehhaltung üblich, erklärt Klaus Dieter Blank.

00:05:44: Auf Femern waren, ab Eighthundert, Sechzig, Siebzig, klassische Gemischtbetriebe, also mit Viehhaltung und Ackerbau.

00:05:51: In dem Augenblick, wo die Verkehrsverbindungen sich durch Zuganbindung verbesserten, kam nachher auch noch mal Gemüseanbau dazu.

00:05:58: Es hat mehrere Umsprünge gegeben.

00:06:00: In dem Augenblick, wo Meier-Reigenossenschaften gebildet wurde, kriegte die Viehhaltung und der Export von Käse und Butter natürlich eine besondere Bedeutung.

00:06:09: Im November, im November, wird mit der großen Sturmflut, die die ganze Ostsee heim sucht, viel landwirtschaftlich genutzte Fläche unter Wasser gesetzt.

00:06:19: Erst durch den Deichbau an den Küsten kann das Land dauerhaft geschützt werden.

00:06:25: Und dann werden die ersten Maschinen auf der Insel angeschafft, etwa für die Kornreinigung, das Buttern, das Hexelschneiden, Mähen und Dreschen.

00:06:35: Zunächst sind vor allem durch Pferdekraft angetriebene Dreschmaschinen auf Fehmarn im Einsatz.

00:06:40: Später ersetzen wiederum Dampfmaschinen die Tiere.

00:06:44: Es sind sogenannte Lokomobile, also fahrbare Dampfmaschinen, die von Hof zu Hof gebracht werden, um sie gemeinschaftlich zu nutzen.

00:06:53: So entstehen also im zehnten Jahrhundert die Genossenschaften und auch die ersten Lohnunternehmen für die Erntearbeit.

00:07:01: Wer genauer erfahren möchte, wie in der Landwirtschaft alles begann vor einigen Jahrtausenden und wie Landwirtschaft sich hier verändert hat über die Jahrhunderte, kann sich im Fehmarnmuseum in Burg oder im Mühlenmuseum in Lemkenhaven auf unzählige Schätze und spannende Geschichten aus der Vergangenheit freuen.

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